PRIS - Anbindung von Inventarisierungsservern an OpenNMS

Das beliebte IT-Monitoring-Werkzeug OpenNMS stellt mit dem Provisioning Integration Server – kurz PRIS – einen Dienst zur Anbindung externer Inventarisierungssysteme an OpenNMS bereit. Im Gegensatz zu den bereits in OpenNMS integrierten Anbindungen an solche Dienste (beispielsweise DNS-Zone Transfers) ist PRIS eine eigenständige Anwendung, die auch auf einem eigenen Server betrieben werden kann. PRIS dient hierbei als Zwischenschritt zwischen den verschiedenen Datenquellen und dem Provisioning von OpenNMS. So wird unter anderem ermöglicht, verschiedene Datenquellen anzubinden und deren Daten zusammenzufassen, sodass Geräte, die in mehreren Inventarisierungssystemen gepflegt werden, nur einmal in die Überwachung aufgenommen werden müssen. PRIS ist hierbei in der Lage, die Datenbestände zusammenzufassen, die Informationen gegebenenfalls zu bereinigen und in einem für OpenNMS verwertbaren Format bereitzustellen.

Verschiedene Datenquellen für PRIS

Als Datenquellen können momentan Requisition-Dateien von bestehenden OpenNMS-Installationen dienen, allerdings können die Informationen von bestehenden OpenNMS-Installationen auch per HTTP über deren ReST-Schnittstelle integriert werden. Während diese beiden Optionen in erster Linie zur Übernahme bzw. zum Abgleich des Bestandes bestehender OpenNMS-Installationen geeignet ist, ermöglichen die nachfolgenden Anbindungen die Integration verschiedener weiterer Inventarisierungen. Das Inventarisierungssystem OCS-Inventory NG wird durch eine entsprechende Schnittstelle in PRIS direkt unterstützt. Weitere Systeme können mittels JDBC angebunden werden, was eine Abfrage von SQL-Datenbanken ermöglicht. Eine enorme Erweiterung der Anbindungsmöglichkeiten erhält PRIS durch die Möglichkeit, Datenquellen über selbst erstelle Skripte anzusprechen, sodass unter anderem auch NoSQL-Datenbanken angesprochen werden können.

Eine gesondert zu erwähnende Datenquelle sind Excel-Dateien. Es kommt immer wieder vor, dass die Inventarisierung kleinerer Netze oder von kleineren Bereichen größerer Netzwerke (z.B. Bereiche für Testzwecke) in Form von Excel-Dateien gehandhabt wird, da hier der Aufwand, ein Inventarisierungssystem aufzusetzen und zu pflegen, zu hoch wäre. Durch die Anbindung der Excel-Dateien ermöglicht PRIS eine einfache Verwaltung der zu überwachenden Geräte, da diese wie gewohnt gepflegt werden können.

Steuerung durch Metadaten

Ein interessanter Punkt bei der Verwendung von PRIS ist, dass die Behandlung der in OpenNMS verwalteten Geräte durch entsprechende Metadaten in den Inventarisierungssystemen gesteuert werden kann. So ist beispielsweise die Zuordnung zu verschiedenen Requisitions, die feste Zuweisung von Diensten zu den Interfaces eines Gerätes oder die Zuweisung von Surveillance-Kategorien, die innerhalb von OpenNMS zur Steuerung verwendet werden können, möglich. Neben der direkten Verwaltung solcher Metadaten kann PRIS durch die Verwendung eines ausgeklügelten Skriptingsystems die Daten der Inventarisierungssysteme auch mit Informationen anreichern. Beispielsweise könnte ein Skript eingesetzt werden, das alle Geräte, die in ihrem Namen den Begriff „Backbone“ enthalten, einer entsprechenden  Surveillance-Kategorie zugeordnet werden, die das Monitoring und Benachrichtigungen steuert. Zu bemerken ist hier, dass das Skriptingsystem das Kaskadieren der Skripte zulässt, so dass diese klein und übersichtlich gehalten werden können.

Anbindung an OpenNMS

Die Anbindung an OpenNMS kann auf drei unterschiedliche Wege erfolgen. Der gebräuchlichste Weg ist die Bereitstellung der aufbereiteten Daten mittels integriertem Webserver. Bei dieser Methode wird das Provisioning von OpenNMS so eingerichtet, dass es die Informationen in regelmäßigen Abständen abfragt. Eine weitere Methode ist das Senden eines speziellen Events an OpenNMS, sodass das erneute Einlesen eine Requisition auslöst. Diese Methode hat den Vorteil, dass ein erneutes Einlesen auf Wunsch nur bei Änderungen des Datenbestandes erfolgt. Als dritte Möglichkeit steht die Nutzung der ReST-API von OpenNMS zur Verfügung.

Kurzum: Der Provisioning Integration Server ist ein interessantes Feature für alle, die OpenNMS mit Daten aus mehreren Inventarisierungssystemen oder aus einer von OpenNMS nicht direkt unterstützten Inventarisierung (z.B. Excel oder OCS-Inventory NG) verwenden möchten, um ihr Monitoring zu verwalten.

 

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Autor: Andreas Fuchs

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